Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheim

#U-Bahn #Enkheim
Foto: MJP

Bergen-Enkheim ist der jüngste, der östlichste und auch der höchstgelegene Stadtteil von Frankfurt. Er wurde am 01. Januar 1977 eingemeindet, hat eine Fläche von 12,54 km² und ca. 18.000 Einwohner. Am 13. August 2006 wurde ein Asteroid (221516) entdeckt, dem der Entdecker den Namen Bergen-Enkheim gab.

  1. Geschichte
  2. Kultur / Literatur
  3. Sehenswertes

Geschichte

Bergen und Enkheim sind schon im frühen Mittelalter von großer strategischer Bedeutung gewesen. Die beiden Dörfer gehörten der Grafschaft Hanau-Münzenberg an und sind durch einen steilen Hang voneinander getrennt. Im Jahr 907 wurde Bergen das erste Mal urkundlich erwähnt, Enkheim schon im Jahr 806 (hier siedelten schon Menschen zu Römerzeiten). Bergen hatte im Jahr 1151 sogar schon eine eigene Pfarrei. Die Familie Schelme von Bergen residierte damals auf der Wasserburg Gruckau (Schelmenburg). Es gab auch eine große Stadtmauer, sie schützte Bergen, obwohl dieses keine Stadtrechte hatte. Von der Mauer ist heute nur noch der Weiße Turm zu sehen. Das imposante, im gotischen Stil errichtete Berger Rathaus, entstand zwischen den Jahren 1300 und 1350.

Im Jahr 1327 kommen Bergen und Enkheim zusammen. Bergen ist bis zum 6. November 1936 eine selbständige Gemeinde, mit den Ortsteilen Bergen und Enkheim. Mit dem Erlass wurde es zu einem Ortsteil der Gemeinde Bergen-Enkheim. Vor der Eingemeindung 1968 nach Frankfurt, bekam Bergen-Enkheim das Stadtrecht. Seit dem 1. Januar 1977 gehört Bergen zusammen mit Enkheim zum Stadtteil „Bergen-Enkheim“ der Stadt Frankfurt.

Lage

Bergen-Enkheim grenzt im Norden an Bad Vilbel, im Osten an Bischofsheim, im Süden an Fechenheim und im Westen an Seckbach. Der sogenannte Berger Rücken ist ein Übergang vom Maintal zur Wetterau. Der Berger Hang und das südlich davon gelegene Enkheimer Ried (ehem. Moorlandschaft) gehören zum Stadtteil Bergen-Enkheim.  Aufgrund seiner schönen Fernsicht über das östliche Rhein-Main-Gebiet, mit Blick bis zum Odenwald und dem Spessart, ist Bergen ein begehrter Wohnsitz. Südlich vom Berger Hang gelegen, befinden sich mehrere Streuobstwiesen und Quellen, hier gibt es ein Quellenwanderweg der von Bergen-Enkheim nach Seckbach führt.

Daten

Fläche: 12,54 Quadratkilometer
Einwohner: 18.129
Stadtteil seit: 1977
Gehört zum Ortsbezirk: Bergen-Enkheim

Kultur / Literatur

Der bereits 1974 jährlich vergebene Literaturpreis Stadtschreiber von Bergen wird seit 1977 durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim mbH verliehen. Die Verleihung geschieht freitagabends vor der Eröffnung des Berger Markts durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim. Der Stadtschreiberpreis umfasst einen Geldpreis von 20.000 € und ein einjähriges Wohnrecht im Stadtschreiberhaus in Bergen-Enkheim.

  • Wolfgang Koeppen (1906-1996, deutscher Schriftsteller) war der erste Stadtschreiber von 1974 – 1975 mit dieser Auszeichnung, sie gilt heute noch als angesehenster Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum.
  • Conrad Weil (1893-1960, Heimatdichter) schrieb das bekannte Theaterstück Der Schelm von Bergen. Das älteste Gedicht über den Schelm von Bergen und das gleichnamige Rittergeschlecht Schelme von Bergen wurde 1811 von Isaac von Sinclair verfasst. Allerdings gibt es auch ein Gedicht von Heinrich Heine und eins von Carl Zuckmayer.
  • Bergen-Enkheim bietet für Lesefreunde eine Bibliothek, eine Buchhandlung und einen öffentlichen Bücherschrank, dieser befindet sich ca. 50 m. von der U-Bahn Stadion entfernt und bietet eine vielzahl an verschiedenen Büchern.

Sehenswertes

Berger Rathaus


Im gesamten Raum Frankfurt ist das „Berger Rathaus“ (frühere Bezeichnung Spilhus/Spielhaus), das heute als Baudenkmal gilt, eins der schönst erhaltenen Fachwerkhäuser der Spätrenaissance. In den Räumlichkeiten befindet sich seit 1959 das Heimatmuseum Bergen-Enkheim. Das Gebäude steht auf der Marktstraße, im Ortskern Bergen, und ist umgeben von weiteren Fachwerkhäusern.

Schelmenburg

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Foto: DAN


Die „Schelmenburg“, welche auch Schelmenschloss oder Gruckau genannt wurde, ist um die 1700er Jahre auf den ehemaligen Grundmauern der damaligen Kernburg erbaut.  Sie ist eine mittelalterliche Wasserburg und Jahrhunderte lang die Stammburg der Schelme von Bergen. Heute ist nur noch das kleine barocke Wasserschlösschen erhalten.

Weißer Turm

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Der spätgotische Wehrturm, genannt „Weißer Turm“, wurde im Jahr 1472 mit seinen Bauarbeiten fertiggestellt. Er ist der Rest einer mittelalterlichen Befestigungsanlage im Ortsteil Bergen, welches zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim gehört. Damals ist er ein Teil der im Jahr 1440 errichten Befestigungsanlage gewesen und gehörte dem Herrschaftsbereich der Grafschaft Hanau-Münzenberg an. Die Befestigungsanlage wurde im 19. Jahrhundert abgetragen, der Weiße Turm entging diesem Abriss.

Laurentiuskirche BERGEN

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Die „Laurentiuskirche Bergen“, wurde im Jahr 1684 dem Heiligen Laurentius gewidmet und liegt am südlichen Teil der Stadtmauer, wo sie den ehemaligen Königshof nach Süden abschließt. Eine Besonderheit des Kirchenraums ist der Standort der Orgel, diese befindet sich hinter dem Altar im Chorraum.

Nikolauskapelle

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Im Jahre 1524 wurde die „Nikolauskapelle“ im Areal eines ehemaligen Königshofes durch die Zisterzienser-Mönche des Klosters Haina in Bergen errichtet und galt als Gotteshaus. Sie ist die einzige spätgotische Kapelle im gesamten Rhein-Main-Gebiet. 1829 galt sie als Scheune und Stall und wurde 1984 durch die Stadt Frankfurt am Main erworben und bis zur Fertigstellung 1994 restauriert. Heute wird das Gebäude für weltliche Kulturveranstaltungen genutzt.

Laurentiuskirche Enkheim

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Die „Enkheimer Laurentiuskirche“ wurde in einem barocken Charakter im Jahr 1719 erbaut und 35 Jahre nach der Berger Kirche (Laurentiuskirche Bergen) ebenfalls dem Heiligen Laurentius gewidmet. Im Jahr 2010 wurden Renovierungsarbeiten vorgenommen, dies ist besonders an den leuchtend weißen Wänden, den Altrosa abgesetzten Viertelbögen (Voute) und den mit Gold gezogenen horizontalen Linien ersichtlich. Eine Besonderheit der Kirche ist das Raum-Klang-Gefühl, was sie zur sogenannte Klangkirche macht. Die 2012 neu eingebaute Orgel verstärkt diesen Charakter noch.

Enkheimer Ried

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Das „Enkheimer Ried“ beträgt eine Fläche von 28,64 Hektar, wovon 8,6 Hektar seit dem Jahr 1935 unter Naturschutz stehen. Es ist das zweitgrößte Naturschutzgebiet in Frankfurt und sehr facettenreich. Es umfasst unterschiedliche Biotop-Typen, eine große Auenlandschaft, Streuobstwiesen und ein Waldgebiet. Den Kern dieses Gebietes bildet der Riedteich, er umfasst eine Fläche von 4,5 Hektar. Besonders geschützte Biotop-Typen sind laut hessischen Naturschutzgesetzt (§ 15d, 2002) der Sumpfwald, die Nasswiesen und der Auenwald. Außerdem kommt eine Vielzahl von verschiedenen Vogelarten vor, wovon einige sogar brüten.

Hessen-Center

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Das Einkaufszentrum „Hessen-Center“ wurde am 01.04.1971 im Stadtteil Bergen-Enkheim eröffnet. Es besitzt eine dreigeschossige Ladenstraße mit einer Verkaufsfläche von ca. 39.000 qm auf der sich 115 Shops befinden. Zum 50. Geburtstag wurde es für über 45 Mio. € einem kompletten Facelifting unterzogen und modernisiert. Das neu erbaute Parkhaus bietet 1.600 Parkplätze mit 68 integrierten Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge und einem digitalen Parksystem mit neuester LED-Technik.

Geschrieben von HJOP

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