MG 5035 2“Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“
(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I.)

… hätten die ca. 250-300 staunenden Zaungäste am letzten Dienstag im Juli einstimmig ausrufen können.

 

 

 MG 5072 1Am späten Vormittag war es dann soweit! Das 3. vormontierte Teil des neuen Frankfurter Goetheturms wurde mit einem speziellen Kran in Position gebracht und mit den schon stehenden Teilen verbunden. Ein grandioses Schauspiel und wir waren live dabei. Trotz der weiträumigen Absperrungen und der Präsenz von Stadtpolizei und Security hatte man eine gute Sicht auf das Geschehen. Viele Frankfurter*innen hatten sich vorsorglich mit einer eigenen transportablen Sitzgelegenheit und einem mitgebrachten Imbiss versorgt. Hobby-/Freizeitfotografen, aber auch die Fotografie-Profis warteten schon seit Stunden geduldig auf den „spektakulärsten“ Schnappschuss. Zwei kleinere Hubwagenkräne mit jeweils zwei Baumonteuren in der offenen Arbeitskabine waren notwendig, um das neue Bauteil zu verschrauben. Vier Männer am Boden hielten lange Seile, um ein zu starkes Pendeln des Bauteils zu verhindern. Keine leichte Aufgabe, denn in der luftigen Höhe von mehr als 40 m war es sehr windig. Starke Nerven und für die „Höhenarbeiter“ natürlich Schwindelfreiheit waren notwendig. Aber auch Geduld, denn durch den aufkommenden Wind musste mit der Montage des „pagodenähnlichen“ Daches gewartet werden.


Bis zur Jahrtausendwende galt der Riese im Stadtwald als höchstes begehbares Holzbauwerk Deutschlands. Aber unabhängig davon ist die Aussichtsplattform in 43 m Höhe immer einen Besuch wert. Belohnung wird dann wieder ein grandioser Rundblick sein: Im Norden gleitet der Blick über die Frankfurter Skyline mit dem markanten neuen EZB-Tower. Dahinter erheben sich die Taunusgipfel, dominiert vom Feldberg mit dem markanten Turmensemble. Im Uhrzeigersinn schließt sich – bei klarer Sicht – der eher flache Vogelsberg an, im Osten dann der Spessart und im Süden der Odenwald. Wobei in dieser Richtung am ehesten die belaubten Wipfel der natürlichen Baumriesen im Stadtwald die Sicht versperren. Andere markante Punkte sind die dampfenden Kühltürme des Kraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg, das Kickers Offenbach-Stadion auf dem Bieberer Berg oder der Deutsche Bank Park (seit 1.7.2020 neues Namens-Sponsoring), der unter alten Eintracht-Fans weiterhin Waldstadion heißt.


IMG 6714 1Glücklicherweise hatte sich der Wind am frühen Nachmittag gelegt, so dass das Dach auf den Turm gesetzt werden konnte. Ein erhebendes Gefühl und ein eindeutiges Zeichen für alle Frankfurter*innen sich weder von geistigen noch materiellen Brandstiftern einschüchtern zu lassen. In den kommenden Wochen wird sich das Grünflächenamt um das Areal am Fuße des neuen Goetheturms kümmern. Viele Bäume und Büsche waren dem Feuerteufel vor 3 Jahren zum Opfer gefallen und werden ersetzt. Der Turm wird auch mit einem dünnen, transparenten Netz verkleidet und so gesichert, dass ein Betreten außerhalb der Öffnungszeiten nicht möglich ist. Auch ein Zaun ist vorgesehen. Einen Besuch für die ganze Familie möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen. Nicht nur der „wiederauferstandene Goetheturm“ ist ein lohnendes Ausflugsziel. Auch der angrenzende weiträumige Spielpark sowie die rustikale Einkehrschänke „Goetheruh“ sind für Besucher geöffnet.


IMG 6726 1Auch ohne PKW ist der „neue Goetheturm“ sehr gut erreichbar. Mit der Buslinie 36 bis Endstation „Hainer Weg“, dann kann man auf einem ebenen asphaltierten Weg (auch für Rollifahrer geeignet), entlang des Stadtwaldes auf der einen Seite und Villengärten, Schrebergärten auf der anderen Seite, direkt zum Goetheturm gelangen. Ab Südbahnhof gelangt man mit der Buslinie 48 direkt zum Parkplatz „Goetheturm“. Ein angenehmer Fußweg zurück, ist der Abstieg über den Wendelsweg, entlang der Schrebergärten und einem Reiterhof mit Koppeln gelangt man an die Offenbacher Landstraße und kann dort die Straßenbahnlinien 15 und 16 Richtung Frankfurt/Innenstadt nutzen.


Nun freuen wir uns auf die Öffnung für Besucher, die voraussichtlich im Herbst stattfinden wird. Das offizielle Einweihungsfest wurde aufgrund der Corona-Krise auf das nächste Jahr verschoben. Wir werden dann natürlich darüber an dieser Stelle berichten.


Autor: abs
Fotos: bek
August 2020

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