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Fotos von Brit Horschke

 

In einer Ausstellung im Haus am Dom sind bis zum 31. März Fotografien zu sehen, die den Straßenalltag und das emsige Geschäftstreiben in der Metropole Old Delhi zeigen.

Auf vier Etagen des Hauses wird dem Besucher eine Lebenswelt nähergebracht, die geprägt ist vom alltäglichen Lebenskampf der dargestellten Menschen – mit ihren Nöten und ihren Hoffnungen. Die einfühlsamen Bilder – im Spannungsfeld zwischen dem Fotodokumentarischen und einer ansprechenden künstlerischen Ausgestaltung – sind ein gutes Beispiel für den Schwerpunkt der Arbeit der Künstlerin. Brit Horschke arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit und begleitet viele Projekte im In- und Ausland mit ihrer Kamera. Ihre Studienschwer-punkte (Chinawissenschaften, Geographie, Entwicklungsökonomie) bildeten eine profunde Grundlage für ihre jahrelange künstlerische Arbeit. Sie hat ein Atelier in Frankfurt und arbeitet zurzeit an mehreren Langzeitprojekten, unter anderem zur Flüchtlings- und Integrationsproblematik.

 

Die 50 gezeigten – ausschließlich schwarz-weißen – Bilder sind thematisch geordnet. Jede Etage im Haus fokussiert sich auf einen anderen Aspekt des quirligen und kaum zu durchschauenden Straßenlebens in Old Delhi. Im Eingangsbereich befinden sich Porträts von Tagelöhnern. In den Gesichtern spiegeln sich die harten Arbeits- und Lebensbedingungen der dargestellten Personen. Die Künstlerin nähert sich den Menschen behutsam und mit aufrichtigem Interesse und bewahrt in ihren Darstellungen deren menschliche Würde. In der nächsten Etage werden extreme soziale Lebensbedingungen geschildert: Kinderarbeit, Sucht, Obdachlosigkeit, sanitäre Missstände und das Leben von Straßenkindern.

 

Im dritten Stock dokumentiert Horschke das unübersichtliche Leben auf der Straße: Marktstände mit einer Schar von Händlern und Kauflustigen, unzählige Rikschas – voll beladen mit Waren, ein Gewirr von Motorrädern und hupenden Autos, Stapel von Kisten, Säcken und Stoffballen, aber auch viele kleine Schreine und Tempel, die die Altstadt von Delhi prägen. Die Kleinläden sind meist weit von europäischen Vorstellungen entfernt, da es manchmal nur ein Türrahmen ist, wo Waren auf dem Boden angeboten werden. Die Künstlerin hält in bester dokumentarischer Manier mit ihren Aufnahmen fest, wie sich die Gewerbe verändert haben oder aber seit vielen Jahrzehnten fast gleich geführt werden, wie z.B. Papierverkauf (Einzelpapier, bes. Druckerzeugnisse für Tempel), Sari-Schneider, Metall-Kunsthandwerk (Messing-Kupfer), Ayurveda-Gewürze-Verkauf.

 

Im vierten Stock werden einige bereits gezeigte Motive wieder aufgegriffen und aus einer anderen Perspektive dargestellt. Die Dokumentation der Künstlerin erfasst auch die Tätigkeit von Hilfsorganisationen, die vor Ort eine medizinische Grundversorgung aufrechterhalten. Tagelöhner und Müllsammler werden mit Essen und frischem Wasser beliefert, ihre kleinen Wunden auf der Straße versorgt. In einem Projekt werden die Betreuten bei der Züchtung von Setzlingen in einem Baumbepflanzungsprogramm eingesetzt und erhalten einen rudimentären Unterricht in Mathematik, Hindi und Englisch, der es ihnen später ermöglichen soll, einen etwas besseren Job zu finden. https://youtu.be/LMXA5Pgebak (youtube-clip privat).

 

Als ein kleiner Höhepunkt der sehenswerten Ausstellung können die von der Künstlerin selbst geführten Touren angesehen werden. Sie werden am 18.03.2020 und am 26.03.2020 jeweils ab 17 Uhr stattfinden. Im Blog der Künstlerin können weitere Informationen zur derzeitigen Ausstellung und anderen Fotoprojekten aufgerufen werden: https://www.horschke-fotografie.com/blog.

 

Haus am Dom

Domplatz 3

60311 Frankfurt am Main

 

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Bei Abendveranstaltung länger geöffnet

 

Eintritt und geführte Tour kostenlos

 

Stolzer Vater mit Tochter

   

Vater Tochterok

Text: pis, amm

Fotos: amm

 

Februar 2020

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