Grünes Frankfurt: Innenstadt

Grünes Frankfurt: Innenstadt

Bis an den Main umsäumt die Frankfurter Innenstadt halbringförmig den Altstadtkern. Während der Bereich um den Eisernen Steg noch dem Altstadt-Gebiet zugerechnet wird, zählt das Nizza-Ufer am Main zur Innenstadt, ebenso wie die „Schöne Aussicht“ mit dem Literaturhaus. Der grüne Anlagenring und die Wallanlagen begrenzen die Innenstadt in Richtung der umliegenden Stadtteile Westend, Nordend, Ostend und Bahnhofsviertel. Als Kontrast zu den Grünanlagen reihen sich im Zentrum der Stadt die Hochhäuser der Banken aneinander und ragen hoch aus dem Innenstadtbereich empor. Nicht ohne Grund nennt sich Frankfurt deshalb auch „Mainhattan“. Aber die Innenstadt ist nicht nur die Wirkungsstätte der Banken und der Börse. Hier im Getöse der Großstadt findet sich alles unter einem Hut: Business, Shoppinggenuss, Gastronomie, Kultur, Freizeitvergnügen – und nicht zuletzt grüne Oasen, die Erholung bieten. Nicht weit entfernt von den Bankenhochhäusern verführt die große Einkaufsmeile der Zeil zwischen Konstabler- und Hauptwache zu einem ausgiebigen Stadtbummel, der schließlich bei einer Einkehr in der „Fressgass’“ seinen kulinarischen Abschluss finden kann. Alte Oper und Schauspiel Frankfurt sorgen für ein Kulturangebot inmitten des Trubels.

Übersicht:

Frankfurter Anlagenring/Wallanlagen

Die Frankfurter Wallanlagen sind Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände der Frankfurter Stadtbefestigung entstanden. Sie bilden eine ringförmige Grünanlage um die Innenstadt von Frankfurt und finden ihren Abschluss am Main. Der Anlagenring ist namentlich in mehrere Teilstücke gegliedert: Im Westen vom Main am Nizza-Ufer kommend erreicht man als erstes die Untermainanlage, dann die Gallusanlage, welche in den Bereich der Taunusanlage übergeht, es folgen in nordöstlicher Richtung die Bockenheimer Anlage, Eschenheimer Anlage und Friedberger Anlage und abschließend im Osten die Obermainanlage. Hier befindet man sich dann wieder am Mainufer.

1. Untermainanlage

Märchenbrunnen in der Untermainanlage/ Foto: Karola Neder
Märchenbrunnen in der Untermainanlage

Im Westen beginnt der Anlagenring mit der Untermainanlage. Der Grünstreifen stellt die Verbindung zwischen dem Tiefkai des „Nizza“ am Main und der Gallusanlage her. Ein Wermutstropfen ist der lärmende Verkehr und die vielbefahrenen Straßen, was den Aufenthalt im Grünen dann doch ein wenig trübt. Nahe der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz plätschert der Märchenbrunnen, ein Jugendstil-Brunnen mit einer Nymphe aus Marmor, dem sogenannten“Mainweibchen“ und zu ihren Füßen bronzene Fabelwesen und Fische.

Untermainanlage
60329 Frankfurt am Main
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2. Gallusanlage

Gallusanlage/ Foto: Karola Neder
Gallusanlage

Umrahmt von den Hochhäusern des Frankfurter Bankenviertels erstreckt sich die Gallusanlage von der Münchener Straße bis zum Taunustor, wo sie dann in den Bereich der Taunusanlage übergeht. Dort wo früher einmal der Galgen (Gallus) stand, befindet sich heute der Eurotower (ehemals Sitz der Europäischen Zentralbank) mit dem monumentalen Euro-Zeichen. Der Promenadenweg führt durch die Anlage entlang an Kastanien und Robinien. Inmitten des Grüns steht das „Opfer-Denkmal“ , das an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert und die Skulptur „Olymp von Weimar“.

Gallusanlage
60329 Frankfurt am Main
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3. Taunusanlage

Inmitten der Wolkenkratzer des Bankenviertels verläuft auch die Taunusanlage. Auch hier finden sich eine Vielzahl von Denkmälern und Kunstwerken, beispielsweise das Schiller-Denkmal am Taunustor, sowie das Beethoven-Denkmal und Heine-Denkmal des Künstlers Georg Kolbe. Entlang an großen Laubbäumen, Treppchen und Bänken und Resten alter Wallmauern erstrecken sich die grünen Rasenflächen der Taunusanlage bis zum Opernplatz.

Taunusanlage
60325/60329 Frankfurt am Main
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4. Bockenheimer Anlage

Die Bockenheimer Anlage beginnt nahe dem Opernplatz und reicht bis zum Eschenheimer Tor. In der Anlage befindet sich ein großer Weiher mit Fontäne und einer üppigen Bepflanzung mit Sumpfpflanzen, Seerosen und Schilf. Rundum den schön gestalteten Weiher führt ein Weg, und Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Entlang des Grünstreifens ragen ein Mammutbaum und teils exotische Bäume empor. Weiter führt die Strecke über einen Hang mit Terrassenanlagen bis zur Hochstraße, wo man schließlich ins Stadtzentrum gelangt. Ein Teilstück der Bockenheimer Anlage zwischen Alter Oper und dem Weiher ist die Liesel-Christ-Anlage, benannt nach der bekannten – 1996 verstorbenen – Volksschauspielerin.

Bockenheimer Anlage
60322 Frankfurt am Main
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5. Eschenheimer Anlage

Nahe dem Eschenheimer Turm gelangt man in den nächsten Grünstreifen der Wallanlagen. Die Eschenheimer Anlage wurde von Landschaftsarchitekten gestaltet. Das zeigt sich nicht zuletzt an dem besonders reizvollen Tiefgarten. Entlang der geschwungenen Wege fällt der Blick hier auf bunte Stauden und Buchsbaumhecken. Weiter entlang des Wegs begegnet den Besucher*innen ein Wandbrunnen mit Medusenhaupt, der bei näherem Hinschauen einige interessante Details preisgibt. Im weiteren Verlauf gibt es Laubengänge, eine Pergola mit Kletterrosen und eine Sonnenuhr zu entdecken. Mehrere Skulpturen und Denkmäler verteilen sich über das gesamte Areal der Eschenheimer Anlage, unter anderem auch das Philipp-Reis-Denkmal.

Eschenheimer Anlage
60316/60318 Frankfurt am Main
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6. Friedberger Anlage

Die Friedberger Anlage beginnt am Friedberger Tor in unmittelbarer Nähe des Bethmannparks und geht bis zum Allerheiligentor. Sie ist die flächenmäßig größte Anlage der Frankfurter Wallanlagen. Entlang an weitgestreckten Wiesenflächen und alten Bäumen finden sich viele sehenswerte Dinge. Betritt man den Park von der Friedberger Landstrasse kommend, präsentiert sich zunächst der Bethmannweiher. Neben Enten, Nilgänsen und anderen Teichbewohnern ist am Rande des Gewässers eine Bronzebüste des Frankfurter Bankiers Simon Moritz von Bethmann zu bestaunen. Weitere Spuren der Bankiersfamilie führen zum klassizistischen Bau des „Odeons“ – ehemals errichtet als Museumsgebäude, heute ein Musikclub. Sebastian Rinz, Stadtgärtner und Schöpfer der Wallanlagen, wurde ebenfalls mit einem Denkmal bedacht. Die Schillereiche, die an Friedrich Schillers 100stem Geburtstag in dem städtischen Grünstreifen gepflanzt wurde, soll an den Dichter und Dramatiker erinnern. Die Anlage ist beliebt bei Spaziergängern und Fahrradfahrern und bietet jede Menge Erholung im Grünen.

Friedberger Anlage
60314/60316 Frankfurt am Main
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7. Obermainanlage

Die Obermainanlage schließt die Wallanlagen in südöstlicher Richtung ab und führt letztendlich an das Mainufer zur „Schönen Aussicht“. Prägend für die Anlage ist der denkmalgeschützte Rechnereigrabenweiher. Aus dem Weiher erhebt sich eine hohe Wasserfontäne und der Blick fällt auf eine kleine Insel inmitten des Gewässers. Rund um den Bereich an Ufer und Teich fühlen sich Enten und Nilgänse heimisch. Ein Nachen (Kahn) aus rotem Mainsandstein am Randstreifen des Ufers erinnert an die Tradition der Fischer- und Schifferzunft in Frankfurt. Ein alter Baumbestand und die geschichtsträchtigen Bastionsmauern der ehemaligen Stadtbefestigung weisen auf die lange Geschichte dieses Ortes hin. Viele Denkmäler säumen den Uferbereich des Weihers, unter anderem das Guiollett-Grab und eine Büste Artur Schopenhauers. Auch ein Kinderspielplatz befindet sich in der Obermainanlage.

Obermainanlage
60314 Frankfurt am Main
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Nizza

Das Nizza-Ufer (oder kurz: Nizza) erstreckt sich zwischen Untermainbrücke und Friedensbrücke entlang des nördlichen Mainufers. In der mediterran anmutenden Grünanlage herrscht ein spezielles Mikroklima mit einer Pflanzenwelt, die an die Gärten an der französischen Riviera erinnert. Durch die windgeschützte Südlage, die günstige Sonneneinstrahlung und den Wärmespeicher des Mains entsteht hier ein besonders mildes Klima, in dem sogar viele mediterrane und subtropische Pflanzen gedeihen.

Nizza
Untermainkai
60329 Frankfurt am Main
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Peterskirchhof

Mitten in der Innenstadt und dennoch idyllisch und ruhig befindet sich nahe der Eschenheimer Anlage die grüne Oase des Peterskirchhofes. Die Geschichte dieser historischen Begräbnisstätte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Da seine Kapazitäten 1828 jedoch das Limit erreicht hatten, wurde fortan auf den Frankfurter Hauptfriedhof als städtischer Begräbnisplatz ausgewichen. Einige bedeutsame Persönlichkeiten der Frankfurter Stadtgeschichte haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, beispielsweise Hamman von Holzhausen, Johann Hieronymus von Glauburg und Simon Moritz von Bethmann aus der Frankfurter Bankiersfamilie. Auch die Grabstätten der Eltern des in Frankfurt am Main geborenen Johann Wolfgang von Goethe befinden sich auf dem Peterskirchhof, während der Dichter selbst auf dem Historischen Friedhof in Weimar beigesetzt wurde. Auf dem Gelände des Kirchhofes steht die Peterskirche, deren Glocken auch am Großen Frankfurter Stadtgeläute beteiligt sind. Die Kirche selbst ist heute – nach mehreren Umbauten – eine Jugend- und Veranstaltungskirche.

Peterskirchhof
Bleichstraße 33
60313 Frankfurt am Main
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Quellen: Website der Stadt Frankfurt, Wikipedia, Eigenerhebung
Text und Fotos: Karola Neder

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