RosemarieBereits zum 11. Mal findet das Lesefest in Frankfurt statt, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein kulturelles Gemeinschaftserleben der Menschen in unserer Stadt zu zelebrieren.

 

 

Im Fokus der gesamten „Frankfurt liest ein Buch“- Reihe stehen literarische Werke, die entweder von Frankfurter Autoren verfasst wurden oder das Leben der Menschen und geschichtliche Ereignisse in Frankfurt reflektieren. Organisiert und ausgerichtet wird die Großveranstaltung von einem eigens dafür gegründeten, gleichnamigen Verein. Von dem Verleger Klaus Schöffing stammt die ursprüngliche Idee: Jedes Jahr ein ausgewähltes Buch, das mit der Geschichte Frankfurts verwoben ist, einem breiteren Publikum vorzustellen und als Mittelpunkt für eine Diskussion zu nutzen.

 

Dabei kommen bei der Großveranstaltung nicht nur explizit Literaturinteressierte auf ihre Kosten. Wenn auch die literarische Vorlage immer den Ausgangspunkt liefert, ist das Fest breiter angelegt. Die Lesungen und Diskussionsrunden werden von einem sehr umfangreichen, schier unüberschaubaren Programm mit Ausstellungen, filmischen und musikalischen Darbietungen, Stadtführungen und Theaterstücken eingerahmt. Sie bieten eine breite Einführung in die Thematik. Einige von ihnen werden sogar kostenfrei angeboten.

 

Die diesjährige Veranstaltungsreihe, die ursprünglich für den April geplant wurde, konnte wegen der Corona-Epidemie nicht zum geplanten Termin eröffnet werden und wurde in den Herbst verschoben. Sie beginnt nun am 24. Oktober und endet am 1. November 2020. Eingeleitet wird das Literaturfest von einer Stadtführung, die bereits am 19. Oktober stattfinden soll.

 

In diesem Jahr steht Erich Kubys Buch „Rosemarie“ im Fokus. Es thematisiert das Leben (und Sterben) der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt, die aus einfachen sozialen Verhältnissen stammte und schließlich als Begleiterin vieler Prominenter aus Politik und Wirtschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Ihr bis heute nicht aufgeklärter Tod im Jahre 1957 bot Anlass zu vielen wilden Spekulationen und Stoff zum Nachdenken. Das Buch thematisiert kritisch die gesellschaftlichen Verhältnisse in dem Spannungsfeld zwischen repressiver Doppelmoral und hysterischer Sensationslust in der jungen, aufstrebenden Bundesrepublik der „Wirtschaftswunder“-Zeit und der Adenauerära.

 

Ursprünglich sollte das Programm noch umfangreicher ausfallen, wurde aber wegen der Corona-Auflagen verkleinert. Dennoch lässt sich das Angebot des Literaturfests sehen. Die Veranstalter kooperieren mit 80 Veranstaltern – Ausstellungsmachern, Kuratoren, Schriftstellern, Schauspielern, Personen des öffentlichen Lebens, Buchhändlern und Verlegern. Unter den Sponsoren befinden sich unter anderen der Schöffling-Verlag, Mainova AG, Fraport AG, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

 

Auch die gemeinnützige Gesellschaft GFFB gGmbH ist mit einer szenischen Lesung und einer anschließenden Diskussion über die heutige Situation von Prostituierten in der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Frankfurt an dem Literaturfest beteiligt. Die Veranstaltung findet im eigenen World Cafe im Hinterhaus am 28. Oktober um 19:00 Uhr statt.

 

Das vollständige Programm mit genaueren Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen findet man unter:
https://www.frankfurt-liest-ein-buch.de/2020/

 

 

 

Text: pis
Foto: Frankfurt liest ein Buch e.V.

Oktober 2020

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