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Was haben eine Zahnbürste, eine Trinkflasche, ein BH, eine kleine Holzbox und ein Bücherregal mit der Digitalisierung zu tun?

 

 

 

„Das Internet ist für uns alle Neuland. Und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.“, hat Frau Merkel vor sieben Jahren zur Rechtfertigung eines ausländischen Überwachungsprogrammes verlauten lassen. Die Ausstellung „Neuland: ich & wir & die Digitalisierung“ greift Merkels Sichtweise auf das Internet auf und stellt das Internet und die Digitalisierung als sich entwickelnde Prozesse dar, in denen man immer etwas Neues entdecken kann.

 

Internetstereotypen 001In den einzelnen Bereichen der Ausstellung wird jeweils auf eine Facette des Internets eingegangen. Ein Bereich ist den Profilen gewidmet. Zum einen denen, die man selbst erstellt, und zum anderen die, die von einem selbst erstellt werden. Es wird gezeigt, wie viele Daten eine Person im Internet hinterlässt und wer alles Zugriff auf die nicht öffentlich sichtbaren Daten hat. Vor allem was versteckt sich eigentlich alles hinter dem Begriff „nicht öffentlich sichtbare Daten“? Wäre die Corona-Krise nicht, könnte man ein Steckbild seines eigenen Internetprofils anfertigen. Obendrüber hängen ein paar Beispiele: Hacker, Influenzier und Gamer.

 

Hund1 001Ein weiterer Bereich ist die Kommunikation über Chats und mit Maschinen. Derzeit am bekanntesten ist wohl das Beispiel Alexa. Doch auch vorher hat es schon erste Versuche in diese Richtung gegeben. Inwieweit ist es bekannt, dass ein toter Mann heute noch auf Facebook mit seiner Familie und seinen Freunden schreibt? Wie das möglich ist, zeigt die Ausstellung. Zusätzlich findet man dort einen Roboter, der vielleicht eines Tages den besten Freund des Menschen ablösen kann.

 

Auch die Selbstoptimierung über Apps wie Schrittzähler, Kalorienzähler und so weiter sind eine Facette dieser Ausstellung. In dieser kann man sich selbst seine digitale Optimierungsoberfläche mit den einzelnen Apps basteln und sogar kreativ eigene entwerfen. Zusätzlich geht es in diesem Teil der Ausstellung auch um den Druck, dem man durch die Digitalisierung ausgesetzt ist. Man findet Tipps diesem Druck zu entgehen, der in Hinblick auf die Selbstoptimierung durch die Rankings innerhalb der Apps hervorgerufen wird.

 

Die Dating Tafel 001Online-Dating ist nicht nur in der Werbung ein Thema. Die Ausstellung zeigt uns einen neuen Weg der privaten Kommunikation zwischen Verliebten. Hier wird auf den Wandel durch die Zeit eingegangen, indem der alte Kommunikationsweg ausgestellt wird. Auf einer nett gedeckten Tafel findet man die zugehörigen Fachbegriffe zum Thema Online-Dating sowie ihre Bedeutung.

 

Wissen bedeutet Macht und alles Wissen findet man im Internet. Welche Methoden bietet einem das Internet zum Lernen und welchen Gefahren ist man dabei ausgesetzt? Fake News sind erst mit der Digitalisierung gekommen. Als man noch in Lexika nachgeschlagen hat, hat man nicht erst recherchieren müssen, ob der Wahrheitsgehalt dieser Information auch bestätigt ist. Daraus ist der Beruf des „Faktencheckers“ entstanden.

 

Auf einem großen Monitor kann man sich auf Interviews anschauen, die extra für die Aufstellung geführt und aufgezeichnet worden sind. Hier teilen Menschen ihre Erfahrungen im Umgang mit der Digitalisierung und die Meinungen sind so vielfältig wie jeder Mensch einzigartig ist.

 

Doch was hat das alles nun mit einer Zahnbürste, einer Trinkflasche, einem BH, einem Kompass, einer kleine Holzbox und einem Bücherregal zu tun? Wer neugierig ist, sollte dem Museum für Kommunikation einen Besuch abstatten. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Oktober und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Datum: 30.07.2020

Autor: srs

Photograph: srs

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