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MOVING IMAGE teaserWann wird eine Abfolge von Bildern zu einem bewegten Ganzen? Können Einzelbilder die Essenz eines Spielfilms einfangen? Film und Fotografie, von allen Seiten belichtet.

 

 

Die Ausstellung „MOVING / IMAGE“ im Kunstfoyer der DZ BANK konfrontiert mit ungewohnten Blickwinkeln zum Thema Film. Denn hier wird dieses Medium nicht durch die Augen eines Kinobesuchers gesehen, sondern durch die Linse einer Fotokamera.


Mit Ellen M. Harrington hat die DZ BANK eine renommierte Expertin als Kuratorin gewinnen können. Seit 2018 ist sie Direktorin des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt. Vorher war sie über Jahrzehnte in der US-MOVING IMAGE StraßeFilmbranche tätig und Mitglied der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“, dem Gremium, das jährlich die Oscars vergibt.


Aus der reichhaltigen Sammlung der DZ Bank wählte sie Werke und Serien, welche die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von stillen und bewegten Bildern verdeutlichen. Ohne selbst aus Filmen zu stammen, bedienen die Exponate sich dabei der Sprache des Films. Wie die Künstler*innen mit dem Thema umgehen, ist dabei äußerst unterschiedlich.


Wie bei allen Ausstellungen im Kunst Foyer der DZ BANK ist der Eintritt frei. Sie kann noch bis zum 12.10.2019 besucht werden.

 

Schnappschüsse, die keine sind


Im Eingangsbereich sind Werke unter dem Aspekt ‚Dialog‘ ausgestellt. Man meint auf den MOVING IMAGE Entführungersten Blick scheinbar einfache Standbilder zu erkennen – so wie sie entstehen, wenn man einen Film anhält. Doch tatsächlich entstammen diese Motive nicht dem Hollywood-Kino, sondern alle wurden von den Künstler*innen aufwändig in Szene gesetzt. Die Absicht hinter den jeweiligen Einstellungen ist immer eine andere. Doch eines verbindet sie alle – sie sprechen die Bildsprache des Films fließend.


Mal blickt ein einsamer Mensch einem angedeuteten Raumschiff jenseits des Bildausschnitts entgegen. Stilistisch erinnert dies stark an das Science-Fiction-Kino der 80er Jahre. Ein Stück weiter schwelgen Liebespaare in glückseliger Umarmung, wie einer Italienischen Romanzeaus den 50ern MOVING IMAGE Montageentrissen. Immer wird mit Erwartungen gespielt, die sich durch jah­relange eige­ne Kinobesuche in uns aufgebaut haben. Zusammenhänge und Kontext werden bloß angedeutet. Der Betrachter dichtet die weitere Handlung des Films intuitiv zum jeweiligen Bild hinzu.


Andere Exponate setzen sich kritisch mit Filmen und deren Inhalten auseinander, wie beispielsweise die ‚Rear Screen Projections‘ von Cindy Sherman. Hier bildet die Fotografin sich selbst im Kostüm ab und spiegelt in Kleidungsstil und Haltung das passive Frauenbild der Filme ihrer Zeit wieder.


Mehr als zusammenhanglose Bildfolgen

 

Unter dem Titel „Montage“ beschäftigt sich damit der zweite Hauptteil der Ausstellung, MOVING IMAGE TIwie aus einer Abfolge von Bildern eine narrative Erfahrung entsteht. Anders als im Kino sind Geschichte und Handlung nicht linear vorgegeben, sondern vieles bleibt dem Betrachter überlassen. So ist die Reihenfolge oft unklar oder diffus, der Sinn nicht einfach zu erkennen. Viele der Werke erinnern an Storyboards oder experimentelle Kunstfilme.


Andere Exponate spielen auch auf andere Arten mit dem Medium Film. In „T & I“ von Tacita Dean bilden die Einzelteile wandfüllend ein Postkartenmotiv ab. Man sieht, dass kaum leserlich zusätzliche Texte eingebunden sind. Wenngleich die Schrift nicht im Zentrum steht, erhält das Bild so eine  "Leserichtung“ und verändert elementar, wie es wahrgenommen wird.
Diese Werke regen zum Nachdenken an und entfalten erst im Zusammenspiel der einzelnen Elemente ihre volle Wirkung.


Bewegte Bilder


Als Abschluss der Ausstellung bietet sich auch ein Besuch in dem hinten gelegenen Vorführraum an. Hier werden unter dem Titel „Filmkunst“ die beiden Kurzfilme „La Jetée“ und „Meshes of the Afternoon“, sowie Ausschnitte aus dem Spielfilm „The Tree of Life“ gezeigt. Sie alle greifen das Verhältnis zwischen Film und Fotografie aus dem Blickwinkel des Spielfilms auf. In der Gestaltung und Komposition arbeiten sie jedoch mit den Methoden der künstlerischen Fotografie.

 

DZ BANK Kunstfoyer
Platz der Republik
60325 Frankfurt am Main
Eingang: Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage
Führungen: jeden Donnerstag 18 Uhr


Eine vorherige Anmeldung für die Führung wird gern gesehen. Gruppen ab sechs Personen können auch Führungen außerhalb der festen Termine buchen.


Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Bild: cdw, zdr; Text: zdr
Juli 2019

 

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