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TeaserbildDas Bahnhofsviertel ist Frankfurts vielseitiger und faszinierender Stadtteil. Die Geschichte dieses schil­lernden Stadtteils bringt die Ausstellung "Stationen der Geschichte des Bahnhofsviertels“ näher.

 

 

 MG 2032aVor 100 Jahren noch ein modernes Vorzeigeviertel erhielt es erst Mitte des 20. Jahrhunderts den Duktus eines verrufenen Viertels. Das Bahnhofsviertel hat eine blutige Vorgeschichte, denn bis 1806 begrüßte das Hochgericht auf dem Galgenfeld Reisende, die von Westen nach Frankfurt kamen. Trotz der Richtstätten wandelte sich das Galgenfeld im Laufe der Jahrhunderte zum noblen Wohngebiet am Stadtrand. Am 18. August 1888 erhielt um 04:47 Uhr mit dem Nachtzug 306 aus Hamburg die erste offizielle Verbindung des Frankfurter Hauptbahnhofs Einfahrt. Der Hauptbahnhof ersetzte die drei Frankfurter Westbahnhöfe. Die Nähe zum Hauptbahnhof ließ das vor seinen Toren liegende Viertel zum bevorzugten Standort für Beherbergungsbetriebe werden. Im Kaiserreich zwischen 1890 und 1910 entstanden insgesamt 55 Hotels im Viertel. Nach 1945 setzte ein Hotelsterben ein. Das Bahnhofsviertel bot um 1900 eine Vielzahl kultureller Ausgehmöglichkeiten, wie das Schumanntheater. In den Jahren nach dem Bau des Hauptbahnhofes wuchs die Kaiserstraße langsam zu einer Prachtstraße mit einer Breite von 30m heran. Im Zuge des anstehenden Besuchs von Kaiser Wilhelm II. am 10. Dezember 1889 gelang die Fertigstellung der Kaiserstraße. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wandelte sich das Viertel durch GIs, Schwarzmarkt und Wiederaufbau.

 

 MG 2064aDie 1960er und 1970er Jahre brachten einen Umbruch für das Bahnhofsviertel. Es kam zum Abriss von Gebäuden und der Entstehung von Hochbauten. Die Einwohnerzahl sank auf 2500. Zunehmend zogen meist Gastarbeiter ins Bahnhofsviertel. Es siedelte sich eine multikulturelle Stadtgesellschaft an, die Ladengeschäfte etablierte. Das Zentrum der deutschen Pelzbranche befand sich mit 700 Betrieben in der Nachkriegszeit im Bahnhofsviertel. Banken, Geschäfte und Gastrobetriebe machen heute das Bahnhofsviertel aus. Es bietet zahlreiche Angebote für Kultur, Amüsement und Nightlife. Durch die Sperrgebietsver­ordnung setzte sich die Prostitution in den 1970er Jahren fest. Es entstand ein Rotlichtbezirk im Bahnhofsviertel, welcher hauptsächlich in den 1980er Jahren in der Diskussion stand. Neben Prostitution und Gewalt stellten die Drogensüchtigen seit den 1980er Jahren einen weiteren Faktor dar. Zur Lösung der Drogenproblematik setzt die Politik mittlerweile auf den „Frankfurter Weg“, also auf Beratungs- und Therapieangebote. Während in den 1980er Jahren Heroin auf dem Vormarsch war, hielt zum Ende des Jahrtausends Crack Einzug. Durch die Aufwertung des Bahnhofsviertels und die steigenden Mietpreise fühlen sich viele Mieter verdrängt. Außerdem kämpfen zahlreiche alteingesessene Geschäfte ums Überleben, da die Kunden im Bahnhofsviertel ausbleiben. Cream Music entschied sich nach 114 Jahren für einen Umzug.

 

 

INSTITUT FÜR STADTGESCHICHTE
Im Karmeliterkloster
Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main

 

Text: Tup

Bilder: Pet

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